Im komplexen System der nationalsozialistischen Zwangslager bestanden Vernetzungen zwischen den Lagerarten. Dies zeigt auch die Forschung zu den Zwangslagern im Raum Wittenberg. So wurden einzelne Schutzhäftlinge aus dem Strafgefangenenlager "Elberegulierung" Griebo oder den ersten provisorischen SA-Lagern wie z.B. in Gräfenhainichen oder Roßlau weiter in das KZ Lichtenburg in Prettin deportiert. Zudem hatten viele kriegswichtige Betriebe eigens Zwangsarbeiterlager auf dem Firmengelände errichtet, um stets über genügend Arbeitskräfte zu verfügen. Verstießen Zwangsarbeiter gegen die strengen Vorschriften, konnten sie zur Strafe an extra abgetrennte, sogenannte "Arbeitserziehungslager" übergeben werden. "Arbeitserziehungslager" unterstanden der SS, unter deren Terror die Lebenserwartungen deutlich geringer waren - so auch im zum Gummiwerk "Elbe" in Piesteritz gehörenden Lager dieser Art.